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Jakobskraut

– GEFÄHRLICHE WEIDEPFLANZE MIT TÖDLICHER WIRKUNG!

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea), eine gelb blühende Giftpflanze, hat sich in den vergangenen Jahren in mehreren deutschen Bundesländern und auch in Teilen Österreichs stark verbreitet. Besonders auf Weiden, Brachflächen, Wegrändern und Böschungen breitet sich diese unempfindliche und anspruchslose Giftpflanze immer weiter ungehindert aus (in Deutschland wurde das Jakobskraut zeitweise sogar zur Befestigung von Straßenböschungen und Bahndämmen gepflanzt). Während sich Umweltschützer und Naturliebhaber über die Pracht von im Wind wiegenden gelben Blütenmeeren freuen, hassen Tierhalter das heimtückische „Un“-Kraut, denn es kann Pferde, Rinder, Ziegen und Schafe töten.

Die Blütezeit des giftigen Krautes, das zu den Korbblütlern gehört, beginnt etwa Anfang Juni und endet im Spätsommer bzw. Herbst. Die Hauptblütezeit liegt um den 25. Juli (Jacobi-Tag), was dem Jakobskreuzkraut auch den Namen gab. Die jüngsten Pflanzen und die gelben Blüten sind am giftigsten. Besonders gefährlich für unsere Tiere ist die Zeit vor der Blüte, das Rosettenstadium. In dieser Vegetationsphase werden die jungen, aber schon besonders giftstoffreichen Blätter gerne auf der Weide gefressen, denn dann schmecken sie äußerst aromatisch und leicht süßlich. Sobald die Pflanzen blühen – die Pflanze wird  dann bis zu einen Meter groß und hat gelbe, margeritenartige Blüten – rühren die Tiere sie meist nicht mehr an, da sie nun bitter schmeckt.

ABER: Ist die Pflanze erst einmal im Heu, so verliert sie ihre Bitterstoffe und bleibt bis zu vier Jahre lang giftig.

Pferde fressen das Gift dann in ihrer täglichen Heuration unbemerkt mit.
Da die Blüten am giftigsten sind, ist spät geschnittenes Heu, welches Jakobskraut enthält, sogar besonders problematisch. Pferdebesitzer und Reitställe können beim Kauf von Heu nur hoffen, dass der Landwirt ihres Vertrauens die gelbe Pest im Blick hat und kein Kraut im Heu landet.

Das Jakobskreuzkraut, auch als Jakobsgreiskraut bekannt, hat im frühen Rosettenstadium löwenzahnähnliche Blätter und später wunderschöne, zarte, margeritenähnliche gelbe Blüten. Die Giftigkeit der Greiskräuter beruht auf dem Gehalt an verschiedenen Pyrrolizidin-Alkaloiden, die im Körper von Menschen und Tieren zu Schadstoffen verstoffwechselt werden und zu akuten oder chronischen Vergiftungserscheinungen, Leberschäden und Leberversagen führen können.
Besonders tückisch an dieser Pflanze und ihren Giftstoffen ist der schleichende und meist unbemerkte Prozess, der nicht heilbar ist und in vielen Fällen zum Tod führt. Wer denkt bei Sonnenbrand und stumpfem Fell schon an eine Vergiftung?

Durch die toxische Wirkung werden Schadstoffe von der geschädigten Leber nicht mehr ausgeschieden. Gifte werden ungefiltert in andere Organe oder sogar ins Gehirn geleitet und lösen zentrale Störungen aus. Sie reichern sich im Körper an bis schließlich eine tödliche Menge erreicht ist. So führt auch die wiederholte Aufnahme von selbst nur kleinsten Mengen am Ende zu schweren Vergiftungserscheinungen. Da sich die Leber nur schwer oder kaum regeneriert, endet die Krankheit in vielen Fällen tödlich, da es keine Heilungsmöglichkeiten gibt.

Schweizer Wissenschaftler geben aus Versuchen die tödliche Dosis für ein Pferd bei Frischpflanzen mit 40 bis 80 g pro kg Körpergewicht an. Das bedeutet, dass ein Pferd mit 500 kg Körpergewicht 20 bis 40 Kg frisches Jakobskraut auf der Weide fressen müsste, um zu sterben. Vermutlich können aber schon deutlich geringere Mengen ein Pferd töten.

ABER: Bereits 2-4 Kg Jakobskraut in Heu, Silage oder Heucobs entsprechen einer tödlichen Dosis!
Die Vergiftung kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. In einer geschädigten Leber werden Gifte nicht abgebaut, sondern sammeln sich an, bis schließlich eine tödliche Menge erreicht ist.

Wenn wir nicht aufpassen, vergiften wir selbst unsere Pferde jeden Tag aufs Neue!

Vergiftungssymptome

Konditionsverlust, Gewichtsverlust, häufiges Gähnen, Sonnenbrand am Maul und an den weißen Abzeichen, Schrunden in der Fesselbeuge (werden leicht mit Mauke verwechselt), verquollene oder rote Nasen, Hautentzündungen, Kolik, Verstopfung oder blutige Diarrhoe, Blut oder Kot im Urin, erschwerte Atmung, Photosensibilität, später eventuell Unruhe, Taumeln, Ataxie, zielloses Wandern („Walking Disease“), Zehenschleifen, Lecksucht, Blindheit, Kopfpressen, Depression, hepatisches Koma, Tod (bei chronischen Vergiftungen schleichend, oft erst nach Wochen oder Monaten).

Weil betroffene Pferde ruhelos auf- und abrennen und dabei gegen Koppelzäune und Futtertröge stoßen, heißt die Krankheit in England auch „Walking Disease“.

ERKENNUNG

Das zweijährige Jakobskraut wird zwischen 30-120 cm groß und vermehrt sich über unzählige Samen, die durch den Wind verbreitet werden.
Im ersten Wachstumsjahr bildet sich eine Grundrosette aus, die über bis zu 20 Zentimeter langes Laub verfügt. Ab dem zweiten Wachstumsjahr entwickeln sich die charakteristischen, kleinen Büsche.Das Kraut entwickelt kräftige, kantig wirkende Stängel, deren Farbe zwischen rot-braun und violett variiert. Oft ist der Stiel leicht behaart und erinnert optisch ein wenig an Engelshaar.
Die Blätter sind fiederteilig, gegliedert und im Wechselstand angeordnet. Es handelt sich um faserige Blätter, die mit einem Flaum überzogen sind und auf der Unterseite weißlich schimmern. Sobald die Pflanze in voller Blüte erstrahlt, ist das Laub verwelkt.
Das Jakobskreuzkraut hat (meist) 13 schmale Blütenblätter in der Form von Gänseblümchen oder Margeriten. Die Knospen haben (meist) 13 unbehaarte Kelchblätter mit charakteristischer schwarzer Spitze. Die Blüten sind komplett gelb mit einem dunkleren Blütenherz in der Mitte und werden zwischen 15 und 20 Millimeter groß.
Die leuchtend gelben Blüten des Jakobskrauts entwickelt sich im Juni und bleiben bis August bestehen.

Besonderheiten

Das Laub einer nicht blühenden Pflanze bietet gute Möglichkeiten Jakobskraut zu erkennen. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entsteht ein ekelhafter, sehr unangenehmer Geruch.
Während der Blüte ist das Laub bereits deutlich welk.

Blätter und Stiele
Jakobskraut_Blaetterkunde
JKK1
JKK2
Jakobskraut1_grün
Jakobskraut_grün
JKK3
Blüten
JKK_BL1
JKK_BL3
Jakobskraut_Blüte
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Jakobskraut2_grün
JKK_BL4

In England, Irland und der Schweiz wird die Giftpflanze inzwischen als gefährlich eingestuft und heftig bekämpft. Größere Vorkommen sind dort meldepflichtig, Landwirte werden bei deren Entsorgung in Verbrennungsanlagen finanziell unterstützt.
Leider wurde das Problem in Deutschland bisher meist ignoriert, aber auch bei uns fängt man allmählich an umzudenken.

Gute Weidepflege 

Vor Blüte Mähen

Mähgut verbrennen 

Richtige Weidepflege ist daher die wichtigste Vorbeuge- und Bekämpfungsmaßnahme, um die gefährliche Pflanze von der heimischen Wiese zu verbannen. Eine geschlossene, gepflegte Grasnarbe verhindert, dass sich Jakobskreuzkraut ausbreitet.

Als korrekte Bekämpfungsmassnahme rät der Pflanzenschutzdienst einzelne Pflanzen vor der Blüte mit der Wurzel ausstechen oder ausreißen und nicht auf den Flächen liegen lassen. Stärkeren Besatz vor der Blüte mähen (verhindert die Samenbildung). Das Mähgut einer mit Jakobskreuzkraut befallenen Fläche abfahren und verbrennen.

Tragen Sie bei der Arbeit Handschuhe, denn Jakobskreuzkraut ist auch für Menschen lebensgefährlich!
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