4 wertvolle Tipps für den richtigen Einsatz und die richtige Dosierung von Hilfen bei der Arbeit mit Ihrem Pferd.

1. Keine ständigen Hilfen geben:

Ist das Pferd unserem Wunsch nachgekommen, so schweigen die Hilfen solange wie sich das Pferd im Gleichgewicht befindet oder wir eine neue Anfrage haben. Es wird mit dem Ruhen der Reiterhilfen belohnt und auf „Freiheit auf Ehrenwort“ entlassen.

„Reiter, die ihre Pferde frei lassen sind es, welche die Genüsse der Reitkunst zu empfinden vermögen.“
(Nuño Oliveira)

2. Die Trennung der Hilfen nach dem Prinzip „Hand ohne Bein – Bein ohne Hand“

Diese Aussage stammt vom französischen Reitmeister Françios Baucher (* 16. Juni 1796 † 14. März 1873) und schließt ein ständiges Dauertreiben mit Kreuz und Schenkel gegen eine tief anstehende, gegenhaltende und rückwärts wirkende Reiterhand aus.

„Um ein Pferd ins Gleichgewicht zu bringen, muss es der Reiter entspannen, das heisst es weder mit seinem Hilfen bedrängen, noch darf er es zusammenschrauben.“
(Nuño Oliveira)

3. Der richtige Zeitpunkt der Hilfen

Der Reiter muss den bestmöglichen Zeitpunkt für seine Hilfen wählen. Dem Pferd muss die Chance gegeben sein, auch richtig reagieren zu können. Das kann es nur, wenn die Hilfen unmissverständlich sind und es körperlich und seelisch dazu in der Lage ist, sie auszuführen. Ein müdes und entkräftetes Pferd kann dies nicht mehr.

„Das Ziel des Reiters ist es, sich zu bemühen, ebenso schnell zu handeln wie das Pferd, und gemäß seinen Bewegungsabläufen.“
(Nuño Oliveira)

4. Die Reduzierung der Intensität der Hilfen

Um mit dem Pferd fein und leicht zu kommunizieren und um es nicht abzustumpfen, darf die Stärke der Hilfen einen bestimmten Schwellenwert nicht überschreiten. In der Reitkunst sollen die Muskeln des Pferdes ausgebildet werden und nicht die des Reiters. Reiten ist ein „Denksport“ und kein Kraftsport.

„Nichts wird mit Grobheit, Gewalt und Zwang erreicht, aber alles durch Feinheit und Energie. Man muss in der Leichtheit arbeiten. Alles andere ist die Tötung der unschuldigen Kinder.“
(Nuño Oliveira)