Klassische Reitkunst – Was ist das?


 Die Klassische Reitkunst ist die Fähigkeit, ein Pferd durch Güte und logische Übungen, basierend auf den Naturgesetzen von Gleichgewicht und Harmonie, so auszubilden, dass es sich zufrieden und selbstbewusst dem Willen des Reiters hingibt, ohne dass sein natürlicher Bewegungsablauf auf irgendeine Art darunter leidet. Dies soll auch durch eine Minimierung der Reiterhilfen erreicht werden.

Leichtigkeit - Losgelassenheit - Harmonie

Locker im Sattel sitzen, in spielerischer Harmonie mit dem Pferd zusammenarbeiten. Reiten mit feiner, fast unsichtbarer Hilfengebung. Lektionen mit spielerischer Leichtigkeit reiten. Das Pferd mit kleinsten Andeutungen zum Halten bringen ohne an den Zügeln zu ziehen. Ein Pferd, das losgelassen und vertrauensvoll auf die Hilfen eingeht.

Das unvergleichliche Gefühl erleben eins zu sein mit dem Pferd.

Bei uns lernen Sie, wie Sie diese Ziele erreichen können.

Wie kannst du deinem Pferd dabei helfen dich gesund zu tragen?

capuchino

In dem du es so trainierst, dass es die richtigen Muskeln entwickelt!

Elemente der klassischen Reitkunst:

  • Vertrauen und freiwillige Mitarbeit des Pferdes
  • Gezieltes Muskeltraining, welches dem Pferd ermöglicht, das Gewicht seines Reiters ein Leben lang unbeschadet tragen zu können.
  • Hierzu wird der Schwung der Pferde gefördert und die Gewichtsverteilung  mehr auf die Hinterbeine verlegt.
  • Fehler werden erst beim Reiter und nicht beim Pferd gesucht.
  • Erzielt ist feine Einwirkung und nahezu unsichtbare Hilfengebung aus dem korrekten Sitz heraus.

„Wer die Wahrheit liebt, der muß
Schon sein Pferd am Zügel haben.
Wer die Wahrheit denkt, der muß
Schon den Fuß im Bügel haben.
Wer die Wahrheit spricht, der muß
Statt der Arme Flügel haben!“

Werner Böhm; Ross und Reiter; Olms 1996 / S. 75
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Entstehung der klassischen Reitweise

Als der Barock im 17. und 18. Jahrhundert in voller Blüte stand, übten die Adeligen die Reiterei zum ersten Mal zum reinen Selbstzweck aus. Die Klassische Reitkunst avancierte damals zur Freizeitreiterei, wobei allein aus Spaß an der Freude geritten wurde. Pferde galten als Statussymbole. Die Anforderungen, die im Rahmen der Klassischen Reitweise an Mensch und Pferd gestellt wurden, befanden sich auf höchstem Niveau. Die Hohe Schule zu Pferde erlebte ihren Höhepunkt.

Im Ursprung lässt sich die Klassisch-Barocke Reitweise auf Xenophon zurückführen, der in seinen berühmten Werken „Über die Reitkunst“ und „Der Reitoberst“ erstmals zur Verständigung mit dem Pferd und zu einem gerechten und selbstbeherrschten Umgang mit den Tieren aufgerufen hatte. Rund 2000 Jahre vergingen jedoch danach, ohne dass es schriftliche Aufzeichnungen zur Reiterei gab.

Der Stallmeister und Reitlehrer von Ludwig XIII. – Antoine de Pluvinel (1555-1620) – befasste sich schließlich mit der Weiterentwicklung von Xenophons Klassischer Reitlehre. Pluvinel war bereits in jener Zeit der Meinung, dass es möglich ist, Pferde gewaltfrei zur Mitarbeit zu bringen, wenn man Verständnis für ihr Wesen, Geduld und Lob einsetzte. Pluvinel soll die Pilaren (Hilfsmittel bei der Dressur der Hohen Schule) erfunden haben und wird als Pionier der Bodenarbeit angesehen.

Als die Klassisch-Barocke Reitweise in der Blüte stand, wurden unterschiedliche Reitschulen in Europa gegründet, wo noch bis heute diese Tradition gepflegt wird. Die bekanntesten Reitschulen dieser Art sind die Spanische Hofreitschule in Wien, die Spanische Hofreitschule in Jerez de la Frontera und der französische Cadre Noir in Saumur.

Die Klassische Reitweise erlebt heute einen neuen Aufschwung. Reiter, die sich für diesen Reitstil entscheiden, tun dieses in erster Linie aus Freude an der Ausbildung. Die Klassisch-Barocke Reitweise ist ein Weg, den Pferd und Reiter gemeinsam über einen längeren Zeitraum gehen. Bis ein Pferd die Hohe Schule beherrscht, vergehen bei der benötigten sanften und verständnisvollen Ausbildung häufig sechs bis acht Jahre.